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Die Skulptur, die ich hier aufstellen durfte, trägt die Bezeichnung: Pendelobelisk. Sie merken natürlich sofort, dass ein Pendelobelisk ein Widerspruch in sich ist. Obeliske haben immer starr und unbeweglich in den Himmel geblickt -nur als Beutekunst haben sie sich in fremde Länder bewegt, um zu beweisen, dass der imperiale Ausflug eines Herrschers sich gelohnt  hat.

 

Ein Pendel hingegen ist nach seiner Bewegung definiert: wenn es wie bei der Unruh den Lauf der Zeit reguliert. Diese beiden Vorstellungen unter dem Gesichtspunkt des Gleichgewichts miteinander zu vereinigen war meine Überlegung. Herkömmlich wird zwischen einem labilem und einem stabilen Gleichgewicht unterschieden, wobei das sogenannte stabile Gleichgewicht immer eher ein Ziel ist als ein Zustand. In ruhigen Zeiten hält mein Pendel still, bei Turbulenzen - schon ab Windstärke 4 - reagiert es. Es erkundet die Grenzen des Gleichgewichts und der Schwerkraft, macht sich beständig auf die Suche nach Balance - und dazu ist ihm jeder Anstoß recht.

 

In diesem letzten Belang, dem unablässigem Streben nach Ausgleich, zeigt die Skulptur - gestatten Sie mir ein kurzes persönliches Wort - eine unmodische Wesensverwandtschaft mit mir selbst.

 

Sei es, wie es mag, alle wissen wie unbestreitbar die Einsichten in der Kunstkritik sind, die da lautet: Das Werk ist immer klüger als der Künstler.

 

Es ist erwünscht die Skulptur anzustoßen und sich dabei etwas zu wünschen.